12.01.2007

Mein Blog zieht um und bekommt einen neuen Namen


Jetzt wird alles noch viel besser!
Weil mir bloggen so viel Spaß macht, habe ich beschlossen, das Ganze ein bisschen umfassender anzugehen. Darum geht es ab sofort unter der Domain www.berlin-ist.de weiter. Ich hoffe, alle dort wieder begrüßen zu können!

07.01.2007

... beeindruckend: Tausende Bilder aus einem Fenster in New York



Im obersten Stockwerk (Kaisersaal) des Museums für Fotografie (Helmut Newton Fondation) ist eine Foto-Installation aufgebaut, die mich sehr beeindruckt hat. Reiner Leist macht sein 1995 an jedem Tag, den er in New York in seinem Büro ist, ein Foto mit einer fest installierten Plattenkamera. Die Bilder zeigen immer den gleichen Bildausschnitt: Der Blick aus einem Hochhaus in Midtown Richtung Süden in die Skyscraper-Landschaft Manhattans. Bei Tagaufnahmen wird die Szenerie von den verschiedenen Lichtstimmungen belebt und nachts sieht man die mehr oder weniger erleuchteten Fassaden.
Das Ausstellungsdesign spiegelt diese Außenansicht eines partiell beleuchteten Wolkenkratzers wieder. Die vielen Bilder sind die Fenster eines Hochhauses und man bewegt sich als Besucher wie ein Riese vor dieser Fassade.

Irgendwann erkannte ich auf den früheren Aufnahmen das World Trage Center und sofort schoss es mir in den Sinn: Was ist auf dem Bild vom 11. September 2001 zu sehen? Ich ging auf die Suche und fand schließlich die Stelle. Interessant zu erleben, wie ich wieder zum neugierigen Gaffer wurde, obwohl ich ja genau wusste, was mich erwartete. Doch dann die Überraschung: Eine völlig unspektakuläre Fotoreihe vom 10. bis 12. September. Am einen Tag steht das Gebäude noch, am nächsten Tag sieht man außer Nebel überhaupt nichts und am dritten Tag ist das WTC einfach nicht mehr da. Diese nicht vorhandene Zäsur steht ungefähr in die Mitte der Dokumentation und d.h. ganz bildlich, das Leben ging weiter. Tag für Tag - Bild für Bild.

... gegensätzlich: "Men, War & Peace" in der Helmut Newton Fondaition

Zur Zeit werden die Werke der drei Fotografen Helmut Newton, James Nachtwey, David LaChapelle mit ihren völlig verschiedenen Auffassungen und Arbeitsweisen im Rahmen eines Konzeptes unter dem Namen "Men, War & Peace" ausgestellt.
Was die inhaltliche Klammer dieser Idee sein soll, blieb mir verschlossen, denn eine stärkere Gegensätzlichkeit der Arbeitsweisen und Ergebnisse als bei diesen Dreien ist kaum vorstellbar. Ich vermisste allerdings den kuratorischen Zusammenhalt auch nicht im Mindesten, da jede Werkgruppe für sich genommen sehr stark ist.
Newton ist mit Männerportraits zu sehen, auf denen sich die Schönen, Reichen und Mächtigen darstellen dürfen. Es sind reizvolle Bilder von großer Eitelkeit. Fotograf und Modelle erscheinen gleichermaßen selbstdarstellend. Ein Promi fotografiert Promis und alle werden dadurch nur noch berühmter. Man stützt sich in der eigenen Wichtigkeit und Ausstrahlung.
Nachtweys Kriegs- und Katastrophenbilder reklamieren nicht nur Wichtigkeit, sie sind wichtig. Hier geht es immer um Ereignisse die im Leben von „einfachen Menschen“ stattfinden und von denen schrecklich erzählt wird. Man sieht Verbrechen gegen die Menschlichkeit und blickt mit dem Fotografen in die Augen der Opfer wie der Täter. Entsetzlich wie ästhetisch schön sich die Gewalt und der Tod in der Welt manchmal gebiert. (Nachtwey Bilder-Such-String bei Google)


Bild von der Website David LaChapelles

LaChapelle ästhetisiert hingegen durch aufwändige Komposition. Seine schrillen Bilder sind präzise Momentchoreografien, Aufbauten des monströs Kitschigen und eingefrorene Ideenskulpturen eines ADHS-Kranken. Es sind zum Teil phantastische Arrangements voller Witz, Sarkasmus, Erotik und Wahnsinn. David LaChapelle ist natürlich der modernste und coolste der drei Fotografen. In diesem Teil der Ausstellung stehen hippe Menschen vor den Bildern. Sie sagen solche Sachen: "Den Hintergrund find ich geil, aber die Schuhe sind ja voll scheiße."
Ich fand viele Bilder wirklich großartig, wobei die Promiportraits etwas hinter den reinen Konzeptbildern zurückbleiben.

... glücklich: Manchmal trifft es doch die richtigen!



Kurz vor Weihnachten war fast das gesamte Team von Berlin-ist.de damit beschäftigt, die furchtbar schwierigen Fragen im Advendskalender auf der Website der 3sat/kulturzeit zu lösen. Am 20 Dezember hatten wir es dann endlich geschafft, den Lösungssatz einzusenden: "Die Wahrheit kommt an den Tag". Anschließend haben wir die Lösung unter allen unseren Email-Adressen eingeschickt und siehe da, ich habe den Hauptpreis gewonnen: Die D.A.CH. Kunst Karte, die einer Person mit Begleitung freien Eintritt für das ganze Jahr 2007 in sehr viele Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschafft.
Ich sage danke, liebe Kulturzeiter!

05.01.2007

... schwarz/weiß: Soderberghs Berlinfilm "The Good German" kommt zur Berlinale


Promo-Trailer

Steven Soderbergh drehte mit "The Good German" einen Film über einen Militärjournalisten aus dem historischen Berlin des Jahres 1945.
Der Film wird bei der diesjährigen Berlinale im Wettbewerb laufen und vielleicht kommen ein paar der funkelnden Stars (George Clooney, Cate Blanchet, Tobey Maguire) zur Premiere in die Stadt.
Es sind im Film wohl reichlich original Nachkriegsaufnahmen enthalten, die eigentlichen Filmarbeiten wurden aber komplett in Hollywood gedreht. Um es möglichst authentisch aussehen zu lassen, wurde alles in schwarz/weiß aufgenommen und sogar mit historischer Kameratechnik gefilm.